
Ein Projekt der Universität Innsbruck
Begriffe von A-Z
Einige Begriffe sind vielleicht unbekannt. Dieses Wörterbuch soll sie erklären.
- Ahnentafel/Ahnenpass
- Aktion T4
- Antisemitismus
- Asoziale
- Epilepsie
- Erbgesundheitsgesetz
- Euthanasie, NS-Euthanasie, wilde Euthanasie
- Gestapo
- Holocaust
- Konzentrationslager (KZ)
- Nationalsozialismus
- NSDAP
- Rassenhygiene
- Reichsgau
- Schizophrenie
- Schloss Hartheim
- Sonderbehandlung 14f13
- Unwertes Leben
- Widerstand
- Zwangssterilisierung
- Der Zweite Weltkrieg (1939-1945)
Ahnentafel/Ahnenpass Zurück | nach oben
Mit der Ahnentafel oder dem Ahnenpass mussten die Menschen beweisen, wer ihre Vorfahren (Ahnen) waren. Wer in der NSDAP oder einer ihrer Untergruppen Mitglied sein wollte, benötigte den Großen Ahnenpass, der alle Vorfahren zurück bis ins Jahr 1800 beinhaltete. Der Kleine Ahnenpass listete nur die Eltern und Großeltern auf. Ab 1935 musste jeder Mensch in Deutschland diesen Kleinen Ahnenpass erstellen. Wenn entweder Vater oder Mutter oder zwei der Großeltern Juden waren, hatte das schwerwiegende Folgen. Dann nämlich galt man nicht mehr als Arier sondern als Nichtarier und war im Nationalsozialistischen Deutschland nur mehr ein Bürger zweiter Klasse. Später entschied der Ahnenpass sogar über Leben und Tod, denn wer als Jude eingetragen war, wurde verfolgt und ermordet (siehe: KZ, Holocaust).
Aktion T4 Zurück | nach oben
Der Name T4 steht für Tiergartenstraße Nummer 4 in Berlin. Hier befand
sich die Zentrale für die Durchführung der NS-Euthanasie. Unter dem Decknamen
T4 verbirgt sich die durchgeplante Ermordung von ca. 70.000 Menschen. Das Leben
dieser Menschen hielten die Nationalsozialisten für wertlos,
weil sie geistig krank, behindert oder „asozial“ waren.
Aus den Pflegeanstalten und Krankenhäusern wurden sie in Tötungsanstalten
wie Schloss Hartheim gebracht, wo sie getötet wurden. Auch wenn diese Morde
geheim gehalten werden sollten, so gelang das nicht. Aufgrund von Protesten und
der Beunruhigung der Bevölkerung wurde die Aktion gestoppt. Allerdings lief
die Tötung „unwerten Lebens“ trotzdem in der „wilden Euthanasie“
und „Sonderbehandlung 14f13“ weiter.
Antisemitismus Zurück | nach oben
Antisemitismus bedeutet soviel wie „Judenhass“ oder „Judenfeindlichkeit“.
Ein Antisemit ist gegen das gesamte Volk der Juden (=Semiten) und deren Religion
feindlich eingestellt.
Dieses Phänomen besteht schon seit der Antike und ist sozusagen einzigartig.
Keinem anderen Volk wird vorgeworfen nur negative Eigenschaften zu besitzen und
für kein anderes Volk bestehen so viele Vorurteile und negative Bilder, wie
für die Juden.
Im Dritten Reich war Antisemitismus Teil der Politik der Nationalsozialisten.
Die Juden wurden als schlechtere Menschen angesehen und so ging der Antisemitismus
so weit, dass die Juden verfolgt, verschleppt und sogar in Konzentrationslagern
ermordet wurden.
Asoziale Zurück | nach oben
„Asozial“ ist der nationalsozialistische Begriff für als minderwertig eingeschätzte Menschen aus den sozialen Unterschichten. Das waren insbesondere Menschen, denen die Nationalsozialisten vorwarfen, dass sie Bettler, Landstreicher, arbeitsunwillige Fürsorgeempfänger, Alkoholiker, Prostituierte oder Zuhälter wären. Schon 1933 kam es im Deutschen Reich zu einer Verhaftungswelle gegen angebliche Bettler und Straßenprostituierte. Tausende „Asoziale“ wurden in geschlossene Anstalten und Arbeitshäuser eingesperrt. Mit der Begründung des angeborenen Schwachsinns wurden sie zwangssterilisiert. Im Frühjahr und Sommer 1938 wurden über 10.000 Menschen als so genannte „Asoziale“ in KZs verschleppt. In Tirol waren von diesen Maßnahmen vor allem die Jenischen betroffen.
Epilepsie Zurück | nach oben
Epilepsie, auch Fallsucht genannt, ist eine Erkrankung des Gehirns, die durch so genannte epileptische Anfälle auftritt. Bei einem Anfall kann der Patient beispielsweise aufgrund eines Krampfanfalles bewusstlos zu Boden fallen. Die Krankheit tritt zumeist in der Kindheit oder Jugend auf, wird aber nicht vererbt. Epilepsie ist keine Geisteskrankheit.
Erbgesundheitsgesetz Zurück | nach oben
„Wir wollen lebensuntüchtiges und unwertes Leben gar nicht erst entstehen lassen“, sagte Reichsärzteführer Dr. Gerhard Wagner in seiner Grundsatzrede. Zu diesem Zweck wurde das Erbgesundheitsgesetz am 14. Juli 1933 beschlossen. Es trat am 1. Jänner 1934 in Kraft und erlaubte die Unfruchtbarmachung von Kranken ohne ihre Einwilligung (Zwangssterilisation). Außerdem verpflichtete das Gesetz alle Ärzte, Fürsorger, Lehrer und auch die übrigen Bürger, alle Behinderten anzuzeigen und sie somit der Verfolgung (Zwangssterilisation, Abtransport und Ermordung) auszusetzen.
Euthanasie, NS-Euthanasie, wilde Euthanasie Zurück | nach oben
Das Wort Euthanasie kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet „schöner
Tod“. Es steht für ein schnelles und schmerzloses Sterben. Heute wird
viel über Euthanasie und Sterbehilfe diskutiert. Grund dafür ist die
Frage, ob ein Arzt einem Todkranken, der sehr leidet und sterben will, Medikamente
geben darf, die ihn töten. Das ist in manchen Ländern erlaubt, aber
in vielen wie bei uns in Österreich verboten. Euthanasie kann aber auch eine
andere Bedeutung haben. Dann bedeutet es, dass man einem Todkranken, der sehr
leidet, Medikamente gibt. Diese Medikamente sollen sein Bewusstsein beeinträchtigen
und dem Kranken seine Schmerzen erleichtern.
Die NS-Euthanasie hat mit dem ursprünglichen Begriff Euthanasie nichts gemeinsam.
Die NS-Euthanasie hatte die Tötung „unwerten Lebens“ zum Ziel.
Das steht im Widerspruch zur eigentlichen Bedeutung des Wortes Euthanasie, das
einen schmerzlosen und „schönen“ Tod bedeutet.
Die Idee der Erhaltung der Rassehygiene und der Eugenik führten dazu, dass
die Nationalsozialisten meinten, das Leben behinderter und kranker Menschen wäre
sinnlos.
Durch die NS-Euthanasie sollten sie getötet werden. Dadurch wollten die Nationalsozialisten
die Gesundheit und „Reinheit“ der „Rasse“ erhalten. Die
NS-Euthanasie wurde in der „Aktion T4“ genau durchgeplant. Zudem starben
viele Kranke, Behinderte und „Asoziale“ durch die „wilde Euthanasie“.
Insgesamt töteten die Nationalsozialisten durch die NS-Euthanasie etwa
180.000 Menschen.
Nachdem die „Aktion T4“ gestoppt worden war, brachten die Nationalsozialisten auch weiterhin Menschen wegen ihrer Krankheit oder ihrer Behinderung um. Ärzte und Pfleger ermordeten die Patienten durch Giftinjektionen, falsche Medikamente, ließen sie verhungern, oder missbrauchten sie für medizinische Experimente. Diese Morde geschahen nicht mehr in den Tötungsanstalten, sondern in Krankenhäusern, Pflegeanstalten und Altersheimen. Im Gegensatz zur „Aktion T4“ war das Morden nicht mehr genau geplant.
Gestapo Zurück | nach oben
In Preußen wurde 1933 die Geheime Staatspolizei (Gestapo) geschaffen. Die Menschen dachten die Gestapo „sieht alles, hört alles, weiß alles“ und hatten einen großen Respekt und auch Angst vor den Männern in den schwarzen Mänteln. Die Gestapo war Staatsschutzbehörde, Gesinnungs- und Rassenpolizei in einem. In den ersten Jahren war die Verfolgung von politischen Feinden die Hauptaufgabe der Gestapo, später verfolgte sie alle ausgegrenzten Gruppen, wie Juden, die Zeugen Jehovas, „Asoziale“ oder Homosexuelle – alle die Hitlers Ideal nicht entsprachen.
Holocaust Zurück | nach oben
Das Wort Holocaust kommt vom griechisch-lateinischen Begriff „Holocaustum“ und bedeutet soviel wie „massenhaftes Brandopfer“. Mit Holocaust meint man also den Massenmord insbesondere an den Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. Zuerst plante man die Juden aus dem Deutschen Reich zu vertreiben, entschied sich dann aber die Juden im Zuge der „Endlösung“ in den Konzentrationslagern zu ermorden. Etwa 6 Millionen Juden kamen dabei ums Leben. Aber auch andere Gruppen, wie Sinti und Roma (ca. 250.000), politische Gegner und Widerständler wurden durch die Nationalsozialisten umgebracht.
Konzentrationslager (KZ) Zurück | nach oben
Konzentrationslager sind Massenlager, in denen vor allem Zivilpersonen festgehalten werden. In totalitären Staaten des 20. Jahrhunderts waren Konzentrationslager ein Mittel zur Beseitigung von „Staatsfeinden“ – besonders im nationalsozialistischen Deutschland. Hier wurden politische Gegner, rassisch Verfolgte (besonders Juden), Kriminelle, „Asoziale“, Homosexuelle und andere inhaftiert. Die Häftlinge waren in den Konzentrationslagern unmenschlicher Behandlung ausgesetzt. Die ersten Konzentrationslager in Deutschland wurden 1933 für politische Häftlinge errichtet. Bis 1939 entstanden die drei großen Lager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen und 25 kleinere Lager. Die Zahl der Konzentrationslager stieg bis 1944 auf 20 – mit 165 „Außenlagern“. In den Vernichtungslagern (wie Auschwitz) wurden Massenmorde an den Inhaftierten begangen. Dort und in den Konzentrationslagern wurden bis 1945 etwa 6 Millionen jüdische und 500.000 nicht jüdische Häftlinge getötet.
Nationalsozialismus Zurück | nach oben
Der Nationalsozialismus war eine extrem auf das eigene Volk beschränkte Bewegung in Deutschland. Die Anhänger des Nationalsozialismus organisierten sich unter der Führung von Adolf Hitler in der NSDAP und gründeten ein System, das gegen andere Völker (besonders gegen die Juden) gerichtet war.
NSDAP Zurück | nach oben
Am 5. Jänner 1919 wurde die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) in München als antimarxistische, antisemitische und völkische Organisation gegründet. Adolf Hitler trat der Partei bald daraufhin bei. Im Februar 1920 wurde die Organisation in NSDAP – Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei – unbenannt, und hatte mit Ende des Jahres etwa 2.000 Mitglieder. 1921 drohte Hitler die Partei zu verlassen, woraufhin man ihn zum Ersten Vorsitzenden wählte. Zwei Jahre später erklärte Hitler bei einem Putschversuch die bayrische und die Reichsregierung für abgesetzt, woraufhin die Partei verboten wurde und Hitler in Haft kam. 1925 wurde die Partei neu gegründet. In den folgenden Jahren wurde die Organisation wegen ihrer radikalen Ausrichtung immer wieder verboten, fand aber dennoch regen Zulauf. 1933 wurde Hitler Reichskanzler, dieser Zeitpunkt wird meist als „Machtergreifung“ beschrieben. Die NSDAP wurde Trägerin des Rechts, von ihr ging alle Macht aus. Parteimitglied zu sein, sollte immer etwas besonderes, eine „Auswahl der Besten“ sein. So gehörten der NSDAP nie mehr als etwa 10% der Gesamtbevölkerung an. Nach der Machtergreifung im Jahr 1933 wurden alle anderen Parteien verboten und ihre Anhänger verfolgt. Die Existenz der NSDAP endete offiziell mit dem Zusammenbruch des NS-Staates, formell wurde sie von den Alliierten 1945 verboten.
Rassenhygiene Zurück | nach oben
Rassenhygiene ist der Begriff, unter dem die Eugenik in Deutschland verbreitet wurde. Nach dem Glauben der Nationalsozialisten ist Körper und Charakter eines Menschen nur dann „rein“, wenn auch seine „Rasse“, also sein „Blut“, rein ist. Deshalb wollten sie verhindern, dass sich das „hochwertige“ deutsche Erbgut mit dem „minderwertigen“ Erbgut von Juden, Behinderten oder „Asozialen“ vermischt. Das geschah zunächst durch Heiratsverbote und Zwangssterilisationen, später sollten „Minderwertige“ durch gezielte Tötungsaktionen ausgelöscht werden. Im Gegensatz zu dieser Verfolgung wurde „hochwertiges“ deutsches Blut gefördert, zum Beispiel durch Kindergeld oder Orden für Mütter von vielen Kindern (Mutterkreuz). Ziel der nationalsozialistischen Rassen- und Gesundheitspolitik war eine schnell wachsende Bevölkerung, die aus „rassenreinen, erbgesunden, leistungsfähigen arischen Menschen“ bestehen sollte.
Reichsgau Zurück | nach oben
Der Gau war ursprünglich die Bezeichnung für einen stammesmäßig und landschaftlich geschlossenen Siedlungsraum der Germanen. Im nationalsozialistischen Deutschland (1933-1945) bezeichnete man mit dem Begriff Reichsgau einen Verwaltungsbezirk, welcher der Reichsregierung (bzw. dem „Führer“ – Adolf Hitler) unmittelbar unterstellt war. An der Spitze des Reichsgaues stand ein Gauleiter. Nach dem Anschluss Österreichs wurden Tirol und Vorarlberg im „Reichsgau Tirol-Vorarlberg“ vereinigt.
Schizophrenie Zurück | nach oben
Schizophrenie ist eine Bewusstseinsspaltung des Erkrankten, das heißt, dass der Erkrankte die Realität, sowie eine zweite eingebildete Realität wahrnimmt. Die Hauptmerkmale der Krankheit sind einerseits Denkstörungen (z.B. Halluzinationen, Verfolgungswahn, Wortneubildungen) und andrerseits Störungen der Gefühlswelt, das heißt dass der Patient seine Gefühlsäußerungen nicht kontrollieren kann (z.B. fängt der Patient bei einer Beerdigung zu lachen an).
Schloss Hartheim Zurück | nach oben
Schloss Hartheim in Oberösterreich war eine von sechs Tötungsanstalten zur Durchführung der NS-Euthanasie. 1939 bauten die Nationalsozialisten das ehemalige Pflegeheim um. Sie brachten die Opfer aus den Pflegeanstalten in Bussen und per Bahn nach Schloss Hartheim. Dort angekommen, wurden die Namen der Opfer erfasst, sie wurden fotografiert, mussten sich ausziehen und wurden dann vergast. Ihre Leichen wurden verbrannt. Zwischen 1940 und 1945 ermordeten die Nationalsozialisten in Schloss Hartheim über 28.000 Menschen. Es war die einzige Tötungsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreich. Heute ist Schloss Hartheim ein Museum und eine Gedenkstätte.
Sonderbehandlung 14f13 Zurück | nach oben
Die „Sonderbehandlung 14f13“ steht für die NS-Euthanasie von
Häftlingen aus Konzentrationslagern. Diese wurden, wenn sie krank und gebrechlich
waren, aussortiert und vergast. Auch in Schloss Hartheim starben viele KZ-Häftlinge
in den Gaskammern.
Das Wort „Sonderbehandlung“ bedeutete bei den Nationalsozialisten
die Ermordung, „14f13“ stand für die Todesart und den Todesort.
Unwertes Leben Zurück | nach oben
Der Begriff „unwertes Leben“ wurde von den Nationalsozialisten geprägt. Sie meinten damit, dass das Leben bestimmter Menschen aufgrund von Krankheiten, Behinderung usw. nicht lebenswert wäre. Sie strebten schließlich die Vernichtung (Ermordung) dieser Menschen an.
Widerstand Zurück | nach oben
Unter Widerstand gegen die Nationalsozialisten versteht man jede Art von Betätigung
gegen das Regime. Es gab jedoch nur wenige, kleine Gruppen und einzelne Personen,
die sich am Widerstand beteiligten. Sie kämpften gegen die Nationalsozialisten,
indem sie regimefeindliche Flugblätter heimlich verteilten und aufhängten
oder Verfolgte (Juden, Sozialisten usw.) unterstützen. Der Widerstand erreichte
seinen Höhepunkt im Versuch Hitler zu ermorden (bekanntestes Attentat am
20. Juli 1944 im „Führerhauptquartier Wolfsschanze“). Viele der
Widerstandskämpfer wurden aufgrund ihrer Tätigkeit verfolgt, verurteilt
und ermordet oder mussten ins Ausland fliehen.
Die Schwester Anna Bertha von Königsegg kämpfte mutig gegen die Ermordung
behinderter Menschen durch die Nationalsozialisten.
Zwangssterilisierung Zurück | nach oben
Zwangssterilisation bedeutet, Menschen mit Gewalt unfruchtbar zu machen. Im Deutschen Reich wurde die Zwangssterilisation durch das Erbgesundheitsgesetz 1933 möglich gemacht. Damit wollten die Nationalsozialisten verhindern, dass „Minderwertige“ deutsche Kinder bekamen. Alle Menschen, die als minderwertiges Leben (behindert, „asozial“) angezeigt wurden, konnten dieses Schicksal erleiden. Die Ärzte führten die Sterilisierung oder Kastrierung entweder mit Röntgenstrahlen oder durch eine Operation durch. Meist wurde bei Frauen der Eileiter und bei Männern der Samenleiter unterbunden und durchtrennt. Bis 1939 machten Ärzte ungefähr 300.000 Menschen in Deutschland unfruchtbar. Über 1.000 Menschen starben bei solchen Operationen.
Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) Zurück | nach oben
Um Polen den Krieg erklären zu können, ließ Hitler am 1. September 1939 einen Überfall auf einen deutschen Rundfunksender (Gleiwitz, Oberschlesien) in Polen vortäuschen. Der Zweite Weltkrieg hatte damit begonnen. In den so genannten „Blitzkriegen“ erfolgten danach die Besetzungen von Dänemark, Norwegen (April-Juni 1940), Luxemburg, Holland, Belgien und Frankreich (Mai/Juni 1940), sowie Jugoslawien und Griechenland (April-Juni 1941). Seit Juni 1940 wurde Deutschland von Italien unterstützt, Großbritannien widersetzte sich dem Deutschen Reich. Mit dem „Unternehmen Barbarossa“ wird Hitlers Vorgehen gegen die Sowjetunion bezeichnet (Angriff 22. Juni 1941). Anfangs wurden noch Erfolge erzielt, dann im Winter 1941/42 wendete sich aber das Blatt und nach dem Winter 1942/43 und der Schlacht um Stalingrad musste die Deutsche Wehrmacht erkennen, dass Russland nicht „blitzartig“ zu erobern war.
Im Dezember 1941 überfielen japanische Truppen den amerikanischen Flottenstützpunkt
Pearl Harbor. So wurde aus vielen begrenzten Kriegen in Europa und Asien endgültig
ein Weltkrieg. Japan besetzte große Gebiete auf dem südostasiatischen Festland
und den pazifischen Inseln.
Die Alliierten Mächte konnten im Juni 1944 an der französischen Küste
der Normandie landen und besetzten nun nach und nach das Deutsche Reich. Die deutsche
Wehrmacht ergab sich in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945. Nach dem Abwurf
der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 durch die USA kapitulierte
auch Japan bedingungslos.