
Ein Projekt der Universität Innsbruck
Recherche und Aufbereitung
Oktober 2003 bis November 2004
Erste Eindrücke sammelten wir im Herbst 2003 beim Besuch der Ausstellung "Wert des Lebens" im oberösterreichischen Schloss Hartheim. Sie bot uns einerseits eine Einführung in die Thematik der NS-Euthanasie und andererseits wurde die Aufbereitung des Themas analysiert. Nach der Beschäftigung mit der Fachliteratur, insbesondere mit jenen Beiträgen, die sich detailliert Tirol, Vorarlberg und Südtirol widmeten, sammelten wir Vorschläge, welche Aspekte der NS-Euthanasie wir in unserer Ausstellung behandeln könnten. Wir entschieden uns dafür, uns regional zu beschränken und auf die Opfer zu konzentrieren. Im Hinblick auf die Zielgruppe erschien uns eine Darstellung von Einzelschicksalen als passend, da wir annahmen, dass die SchülerInnen so auch ohne viel Vorwissen leicht Zugang zum Thema finden würden.
In mehreren Kleingruppen wurde nun versucht, solche Schicksale zu recherchieren. Manche Spuren ergaben sich aus der Literatur. Mit einem Aufruf in regionalen Zeitungen wandten wir uns an die Öffentlichkeit und suchten nach Menschen, die den Mut hatten, uns ihre persönlichen Erlebnisse mitzuteilen. Es meldeten sich einige solche Zeitzeugen, mit denen Gespräche geführt wurden. Dem Versuch, in unseren Heimatgemeinden Recherchen anzustellen, war hingegen kein Erfolg bestimmt. Teils, weil sich Menschen für ihre behinderten Angehörigen schämten, teils, weil sie noch immer Angst hatten, in Familie und Nachbarschaft Unruhe zu stiften. Die Informationen aus der Literatur und von Zeitzeugen wurden anschließend durch Recherche in diversen Archiven ergänzt. Dabei wurde deutlich, dass auch manche Institutionen äußerst zurückhaltend auf Anfragen zur Aufarbeitung der Geschichte reagierten. Ohne das Wohlwollen einzelner Entscheidungsträger wäre eine erfolgreiche Recherche kaum möglich gewesen. Zum Glück trafen wir immer wieder auf Gleichgesinnte und Interessierte, die uns weiterhalfen. Es ergaben sich einige gute Gespräche und Begegnungen, die unserer Arbeit neue Aspekte brachten.
Im Sommer 2004 kristallisierten sich dann jene sechs Geschichten heraus, die letztendlich die Ausstellung bildeten. Bei der Aufbereitung entschieden wir uns dafür, durch jede der einzelnen Geschichten einen anderen Aspekt der NS-Euthanasie anzusprechen. Die Fülle an Quellen und Informationen musste nun entsprechend gefiltert werden. Eine besondere Herausforderung war es, kurze und gut lesbare Ausstellungstexte zu produzieren. Die einzelnen Kleingruppen wählten unterschiedliche Wege, um den Inhalt zu vermitteln. So besteht die Ausstellung aus auf Wänden, Säulen und in Mappen präsentierten Bildern, Dokumenten und Texten sowie aus drei Tondokumenten und einer Videodokumentation.
Presseberichte
KIRCHE. Sonntagszeitung für die Diözese Innsbruck, 4. April 2004Vorarlberger Nachrichten, 7. April 2004
Rupertusblatt. Wochenzeitung der Erzdiözese Salzburg, 25. April 2004